Geschichte des Hauses

Germerswang liegt abseits von Hauptverbindungsstraßen. vor ca. 450 Jahren führte ein Gangsteig durch den Nachbarort. Auf ihm wurde Vieh aus dem Würtemberger Land über Augsburg, Schweinebach, Stefansberg, Maisach, Esting nach München zum Verkauf getrieben. Weil die Tiere und Menschen oft rasten mußten, wird auch Germerswang Vorteil aus dem Viehtriebweg gezogen haben und sicher ebenso die Gastwirtschaft. Man schenkte Bier vor allem im Winter aus, vermutlich bezog man es aus der Maisacher Brauerei. Im Sommer schenkte der Wirt Wein aus, so war es damals üblich.
Im Gerichtsbuch der Hofmark Maisach von 1580/1590 ist erstmals festgehalten, daß auch damals schon Musik zu Hochzeiten aufspielte. Denn laut dem Gerichtsbuch der Hofmarkt Maisach hat der Hofmarksrichter den Wielepacher von Germanschwangkh per Urteil gestraft, nachdem er öffentlich "hat pfeiffen lassen und öffentlich abent danz gehabt, weil solches wider das gebott.". Scheinbar war zu damaliger Zeit dies nur zu bestimmten Zeiten erlaubt
Nach der Haus-Chronik der Genealogie Kiening wird ab ca. 1640 das Ehepaar Georg und Barbara Baltes für das Haus Germerswang 5 "Wirt" zum ersten Mal schriftlich in den Amtsunterlagen als Besitzer erwähnt.
Diese Vorbesitzer der Familie Mösl ermöglichten ab 1646 laut Mammendorfer Kirchenbücher dem Schulmeister Michael Saur in einem Zubauhaus an ihrer Wirtschaft Schulmeisterei zu betreiben, um den Menschen das Lesen und Schreiben zu lernen. Dieses Vorhaben endete mit dessen Tod 1653, denn noch vor 350 Jahren hielten viele Menschen Schulbildung auf dem Lande für unnötig.
Es folgten viele Generationen von Wirten der Familien Baltes, Lindinger, Probst und Paulus bis am 8. März 1906 Johann Groß, der Urgroßvater der heutigen Besitzerin, Elisabeth Mösl-Haas, die Kaufurkunde unterzeichnete.
1971 übernahm Johann Mösl die Gastwirtschaft von seiner Mutter.
1996 ließ die Familie Mösl, einen nach historischen Vorbild, mit großem Aufwand und viel Liebe zum Detail gestalteten Neubau der Gastwirtschaft errichten. Für viele Jahre das neue Ortszentrum, wo "die Einsilbigkeit verschwindet und die Zungen ohne alle Rücksicht gelöst sind", wie ein Landgerichtsarzt vor ca. 200 Jahren über den Wirtshausbetrieb an die Obrigkeit berichtet hat.
2013 Übergabe der Führung des Gasthauses durch Johann Mösl, nach 42 Jahren, an seine Tochter Elisabeth Mösl-Haas in die vierte Familiegeneration.